Sonntag, 1. Dezember 2013

Unnützes Wissen am Sonntagmorgen über den 1. Advent


Jedes mal, wenn jemand einen schönen 1. Advent wünscht, freuen sich die Menschen im 7. Jahrhundert. Damals wurde erstmalig die Zeit vor der Geburt des Herrn gefeiert. "Advent", eigentlich "Adventus domini" bedeutet "Ankunft des Herren" und bezeichnet den Zeitraum von 22-28 Tagen mit 4 Sonntagen vor Weihnachten.

Insofern bezeichnet Advent einen Zeitraum und der 1. Advent demzufolge den ersten dieser Zeiträume. 

Daher wünsche ich euch einen schönen ersten Adventssonntag!

Dienstag, 12. November 2013

Hältst Du Vorträge oder spielst Du Powerpoint-Karaoke?



Inspiriert durch einen Artikel in "the next web" und vielfältigen Erfahrungen auf Tagungen, sowohl als Referent als auch als Teilnehmer, möchte ich mich mit dem dreckigen Dutzend beschäftigen, mit den Top 12 der Todsünden, mit denen man seine Zuhörer notorisch langweilt. Auch ich bin bei weitem nicht davor gefeit, immer wieder gegen eine oder mehrere dieser Punkte zu verstoßen. Daher ist es gut, sich diese goldenen Regeln immer wieder selbst ins Gedächtnis zu rufen.


1. Nutzt Du Powerpoint oder hast Du wirklich etwas zu sagen?

Keine Frage, Powerpoint, Prezi und Co sind prima Mittel, um einen Vortrag visualisierend zu begleiten. Wie gesagt, den Vortrag, also euch als Redner - nicht umgekehrt! Wir alle haben es sicher schon erlebt, dass sich Vortragende krampfhaft an einer Präsentation entlang hangeln und man sich fragt, ob er sich die Informationen aus den Folien holt, ob das seine eigene ist oder ob er lediglich Powerpoint-Karaoke spielt. Und wir alle wissen, wie das auf uns gewirkt hat...

2. "Tapp, Tapp, Tapp... Können Sie mich hören?"

Der Soundcheck. Wir kennen ihn alle. Vertraut euren Organisatoren einfach, die können auch etwas. Sollte das Mikrophon tatsächlich streiken, merkt ihr das auch ohne Klopfen oder "One, two, one, two...". Dann ist immer noch die Gelegenheit, sich kurz an die Organisation bzw. die Technik zu wenden. Oder selbst nachzuschauen, ob das Mikro an ist.

3. "Sorry, Leute, war eine kurze Nacht...

... ich hab Jet-Lag, bin müde, hatte noch nichts zu essen, bin erkältet, musste kurzfristig einspringen, seht mir also nach, wenn ich etwas leise rede." Nein! Eure Zuhörer entschuldigen diese oder andere lahme Ausreden, warum ihr euch nicht richtig vorbereitet habt, sicher nicht. Sie kommen zu der Veranstaltung, um euch reden zu hören, wollen eure Botschaft hören, haben u.U. sogar Geld dafür bezahlt. Auf jeden Fall aber investieren sie Zeit. Also kneift eure Backen zusammen, geht da durch und gebt Euer Bestes!

4. "Können Sie das lesen?"

Wenn ihr diese Frage stellen müsst, dann habt ihr grundlegend verkackt. Siehe Regel Nr. 1. Dann ist viel zu viel Text auf den Folien. Früher sprach man von der sog. "7er-Regel": Maximal sieben Worte in einer Zeile, maximal sieben Zeilen auf die Folie. Auch das ist in meinen Augen längst passé. Nur wenige Schlagworte, die Quintessenz dessen, was ihr sagen wollt sind zugelassen. Alles andere artet in Textwüsten auf den Slides aus und führt uns zu...

5. "Ich lese Ihnen das mal vor."

Ein absolutes no-go! Geht gar nicht! Des Lesens mächtig dürfte in der Regel jeder eurer Zuhörer sein, vorlesen langweilt also. Andererseits dürfen eure Slides erst gar nicht so viel Text enthalten, dass das Publikum großartig in die Verlegenheit kommt, länger lesen zu müssen. Niemals darf der Zuhörer mit dem Lesen des Textes beschäftigt sein, während er euch zuhören sollte. Bei aller angeblich vorhandener Multi-Tasking-Fähigkeit, aber gleichzeitig lesen, einen Text verstehen UND zuhören? Gleich drei Wünsche auf einmal? Das geht nun wirklich nicht. Wenn ihr tatsächlich einen maximal dreizeiligen Text auf euren Slides habt, bittet nach dem Aufblenden das Auditorium, diesen Text zu lesen - und haltet für eine angemessene Zeit die Klappe.

6. "Ich weiß, man kann es schlecht erkennen, aber..."

Spart's euch einfach. Wenn ihr wisst, dass Bilder, Diagramme oder ähnliches schlecht zu lesen sind - warum habt ihr sie dann überhaupt eingebaut? Geht's denn noch dilettantischer? Ein Slide muss für sich sprechen, muss ohne Erklärung ein von jedem verständliches Statement abgeben.

7. Der Klassiker: "Auf diesen Punkt komme ich später noch zu sprechen."

Wer kennt nicht die Situation: Aus dem Auditorium kommt eine Frage. Jemand hat sich den Mut gefasst, euch eine Frage zu stellen. Prima! Und was macht ihr? Ihr verweist auf später. Spannungsbogen und Motivation der Zuhörer, sich aktiv einzubringen, am Boden. Goldene Regel: "Störungen haben Vorrang!" Der Begriff "Störung" ist in diesem Zusammenhang nicht negativ belegt, sondern sogar wünschenswert. Wenn ihr zu diesem Punkt tatsächlich später noch etwas sagen wolltet, umso besser! Beantwortet die Frage gleich! Selbst wenn ihr dazu einen Slide in eurer Präsentation habt - dann springt direkt zu ihm und ermuntert eure Zuhörer, es dem Fragenden gleich zu tun.

8. "Bitte schalten Sie Ihre Handys, Laptops usw. aus."

Mal ehrlich: Wie oft haben wir diesen Hinweis schon gehört? Und wie oft hat dennoch irgendwann bei irgendwem das Handy gebimmelt? Bringt der Hinweis also irgend etwas? Den Leuten, denen das passiert, ist es peinlich genug, da geht man als Redner galant darüber hinweg. Zumal spätestens seit Siegeszug der Smartphones die Forderung, es auszuschalten, an Absurdität kaum zu überbieten ist. Es ist nunmal zwischenzeitlich normal, dass über Veranstaltungen, Reden usw. live getwittert wird, dass Slides abfotografiert werden, eventuell sogar der ganze Vortrag aufgenommen wird. Lebt damit - das ist kein Anzeichen von Missachtung euch gegenüber. Und wenn eure Zuhörer lieber ihren Facebookstatus checken anstatt euch zuzuhören, dann habt ihr ohnehin ganz andere Probleme...

9. Überlegt euch, wer euch zuhört - die Leinwand oder das Publikum? 

Es gibt durchaus Veranstaltungsorte, an denen ihr keinen Blick auf einen Monitor vor euch richten könnt, sondern lediglich einen Presenter in der Hand habt, um zu den nächsten Slides zu schalten. Ein kurzer Blick zur Leinwand muss genügen - mit der Leinwand zu sprechen, und im schlimmsten Fall dann nicht einmal ein Mikro in der Hand zu haben, führt unweigerlich zu einer deutlich sinkenden Aufmerksamkeitsspanne eurer Zuhörer.

10. Möge die Macht mit euch sein...

Aber bitte ohne Laser-Schwert, pardon... Laser-Pointer! Wenn ihr ihn einsetzen müsst, um auf einem Slide etwas zu verdeutlichen, solltet ihr euch grundlegend Gedanken über die Methodik eurer Vorträge und eurer Slides machen. Laser-Pointer sind sowas von 90er...

11. "Ich fasse mich kurz!"

Auch hier: Spart's euch einfach. Glaubt euch ohnehin kein Mensch, denn ein jeder kommt mit ein wenig Lebenserfahrung zu eurer Veranstaltung. Diese Lebenserfahrung besagt, dass diese Floskel in der Regel die Einleitung zu einem langatmigen Vortrag wird. Euer Publikum ist angereist, um euch reden zu hören. Sie haben Zeit mitgebracht. Wenn ihr der Ansicht seid, dass ihr die Zuhörer langweilt - denn nichts anderes ist das Versprechen, dass ihr mit diesem Eingangsstatement gebt - warum wollt ihr dann überhaupt sprechen? Lasst es lieber bleiben! Oder aber ihr habt tatsächlich etwas zu sagen - dann lasst euch die Zeit, die ihr braucht oder die eingeplant wurde.

12. "Meine Zeit ist zu Ende, ich habe aber noch 17 Folien..."

Abschließend verweise ich wieder auf Regel 1. Die Präsentation soll euch flankierend begleiten, während ihr euren Vortrag haltet. Daher ist weniger eben doch mehr. Gestaltet euren Vortrag so, dass er in eure Redezeit passt und noch eine Sicherheitsreserve von 10 Minuten pro Stunde beinhaltet, sodass ihr auf Fragen aus dem Publikum eingehen und von euch moderierte Diskussionen zulassen könnt. Wenn ihr noch nicht ausreichend Routine habt, dann übt das! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Übt euren Vortrag so lange, bis ihr die Zeit abschätzen könnt, wisst, wann ihr die Slides wechseln müsst, wisst, welchen Part ihr kürzen könnt, wenn es mit der Zeit nicht hin haut. Und seid lieber fünf Minuten früher fertig als fünf Minuten später, euer Publikum wird es euch danken.


In diesem Sinne - achtet bei euren nächsten Tagungen darauf, egal ob als Teilnehmer oder Referent - ob ihr die oben genannten Punkte findet.

Freitag, 1. November 2013

Der Unsinn mit der PKW-Maut

Warum ich die PKW-Maut für eine gefährliche Mogelpackung halte:

"Der Anteil ausländischer Autofahrer am deutschen Pkw-Verkehr liegt bei nur fünf Prozent, eine Größe, die auch der ADAC bestätigt. Das würde Einnahmen zwischen 50 und 70 Millionen Euro bedeuten. Allerdings muss die Vignette verkauft und ihre Nutzung kontrolliert werden – in einem System speziell für die Ausländer. Dafür wären Schmid zufolge mindestens 50 bis 100 Millionen Euro nötig." (Cicero http://www.cicero.de/berliner-republik/streit-um-pkw-maut-die-csu-kommt-fahrt/56277)

Das weiß auch die CSU. Warum also sind sie so erpicht auf diese Maut?

Auch wenn nach derzeitigen Planungen für deutsche Autofahrer die Kfz-Steuer im gleichen Maß gesenkt wird - wer verspricht, dass es so bleibt? Ein denkbares Szenario wäre, die Maut regelmäßig kräftig zu erhöhen, somit wären auch die Inländer sehr schnell wieder auf der Verliererseite. Ein noch schlimmeres Szenario: sowohl Maut als auch die verbliebene Kfz-Steuer werden erhöht und in etwa 10 Jahren hätten wir wieder die gleichen Steuersätze wie heute. Plus PKW-Maut. Für den Staat dann ein Milliardengeschäft. Das schlimmste Szenario: Maut wird eingeführt und Brüssel kippt die Steuerentlastung - der Autofahrer wird postwendend zur noch größeren Melkkuh.

Wir brauchen keine PKW-Maut. Wir brauchen eine Abschaffung der Kfz-Steuer und eine moderate Erhöhung der Mineralölsteuer bei gleichzeitiger Erhöhung der Pendlerpauschale. Somit hätte man tatsächlich eine verursachergerechte Besteuerung. 

Samstag, 12. Oktober 2013

Philosophieecke - heute: Rousseau


Heute morgen regte die ZEIT auf Facebook zu einem - nun, ich will's mal "Philosophical Battle" nennen - an. Ich will hoffen, dass ich aus dieser Serie noch mehr lese. Folgende Aufgabenstellung wurde gegeben:

Freitagvormittag, Zeit für das philosophische Frühstück. Mit am Tisch: Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau. Obwohl es fast keins mehr gibt, streut Hobbes großzügig Salz auf sein Frühstücksei. "Der Mensch", sagt er, "ist von Natur aus ein Egoist. Darin sind wir gleich und darin liegt unser Fluch. Denn Egoisten teilen nicht gern." Rousseau greift nach dem Salzstreuer. "Geboren sind wir alle gleich, das ist wahr. Der Fluch aber ist die Kultur. Erst durch sie kommen Konflikte, Egoismus, Gewalt." Jetzt blickt er zu Ihnen: "Pardon, ich habe Ihr Salz aufgebraucht. Diese Eier sind wirklich vorzüglich!" Sie antworten? (ds)

Meine Antwort:

"Mein lieber Jean-Jacques, der bekennende Egoist, der sich als Individuum von anderen abgrenzt, der ist mir tausendmal lieber als der fundamentalistische Egalist, der sich anmaßt, für alle Menschen zu sprechen, für sie zu entscheiden, was richtig ist und damit eben doch gleicher ist alle anderen - damit der größte Egoist ist unter allen."

Ich widerspreche Rousseau tatsächlich. Nicht die Kultur ist der Fluch, wohl aber seine Idee der Gleichheit aller Menschen. Selbstverständlich sollen alle Menschen grundsätzlich die gleichen Rechte haben. Aber sie sind nicht gleich, jeder Mensch ist verschieden. Mit unterschiedlichem Intellekt, unterschiedlichen Erfahrungen und Fähigkeiten, unterschiedlicher Physis und Psyche - kurz gesagt: Jeder Mensch ist ein einzigartiges und freies Individuum und von Natur aus, genau wie Hobbes sagt, ein Egoist. Dies ist in meinen Augen nicht negativ zu betrachten, da der Egoismus stets zum Streben nach höherem führt und von moralischen und ethischen Grundsätzen geleitet, damit auch die Gesellschaft voranbringt. Die Idee - nein, die Illusion von der Gleichheit aller Menschen beschränkt das Individuum, führt zu Kollektivismus, führt zur Bevormundung. Diejenigen, die das propagieren, stellen ihre eigenen Maßstäbe über die Freiheit des Individuums, die erst da enden sollte, wo die Freiheit anderer beschränkt wird. 



Freitag, 13. September 2013

Star Trek: Wie die Fiktion die Realität beeinflusst

Ein sehr schöner Artikel in der FAZ, wie Star Trek uns alle in gewisser Art und Weise beeinflusst: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/star-trek-und-die-nsa-datenmissbrauch-nicht-mit-captain-kirk-12571024.html

Ein bemerkenswertes Zitat aus dem Aufsatz: "Wir brauchen wieder positive Science-Fiction. Wir brauchen eine erstrebenswerte Zukunftsvision. Eine, die wie „Star Trek“ Werte wie Humanismus und Gerechtigkeit hochhält. Aber auch eine, die zeigt, wie eine Gesellschaft ohne Bürokratie, ohne Unterdrückung, ohne Armut und ohne Geheimdienste funktionieren kann. Und nicht nur funktionieren kann - sie muss klar überlegen sein!"

Achtung, jetzt folgt das ultimative "Nerd-Outing": 

Ich denke, dem Autoren kann man getrost attestieren, sich nicht vertiefend mit dem Star Trek-Universum beschäftigt zu haben. Die Sternenflotte unterhält tatsächlich einen Geheimdienst, dieser spielt insbesondere bei TNG und DS9 immer wieder eine zumeist unrühmliche Rolle. Das zeigt aber lediglich, dass die Autoren nach Roddenberry eben doch Kinder ihrer Zeit sind und der heutige Zeitgeist Einfluss auf die Fiktion nimmt. Am deutlichsten leidet die bis dato eher positive Utopie in den letzten Kinofilmen der TNG-Ära. 

Trotzdem: Eine Einflussnahme auf die Entwicklung der Naturwissenschaft ist Science Fiction nicht abzusprechen. Auch auf die gesellschaftliche Entwicklung hat dieses Genre, natürlich nicht nur Star Trek, großen Einfluss. Als Orwell 1949 "1984" schrieb, prägte er das Misstrauen aller folgender Generationen gegenüber dem Staat. "Big Brother is watching you" ist nahezu jedem ein Begriff und das Sinnbild schlechthin für einen totalitären Überwachungsstaat. Insofern muss Science Fiction nicht zwingend eine positive Vision der Zukunft zeichnen um Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen. 

Aber um auf Star Trek zurückzukommen: Den Erfolg verdankt die Serie in meinen Augen tatsächlich nicht zuletzt den moralischen Grundwerten und der ethischen Integrität der Hauptprotagonisten. Unvergessen die Folge aus TOS, als Cpt. James T. Kirk Lt. Uhura küsste. Ansonsten absolut undenkbar in den 60ern, dass ein Weißer eine schwarze Frau küsst. Zwar geschah das in dieser Folge durch äußeren Zwang, dennoch seinerzeit ein Skandal in den USA. Unvergessen die Episoden in TNG, in denen Cpt. Picard als interplanetarer Archäologe aufdeckt, dass alle humanoiden Spezies gemeinsame Wurzeln haben und dem heutigen Zuschauer die Absurdität von Rassismus vor Augen führt. 

Dem Grundfazit des Artikels stimme ich zu: Star Trek verkörpert eine Zukunft, in der ich gerne Leben würde. Sowohl in technischer als auch in gesellschaftlicher Sicht. 

In diesem Sinne: Live long and prosper!