Dienstag, 19. Mai 2026

Datenwart


Ich habe ein ❤️ für Datenwarte und Laptop-Maschinisten 🚒🚑🚓

Neulich habe ich gehört, man brauche unsere Software nur wenige Male im Jahr. Und wenn sie dann zum Einsatz komme, müssen erst einmal gigabytweise Updates geladen werden und man wisse nicht, ob sie startet.

Kritik, die auf den ersten Blick trifft. Auf den zweiten allerdings offenbart sie ein ganz anderes Problem.

Technisch gesehen ist diese Darstellung in Bezug auf die Führungssoftware unmöglich. Natürlich prüft das Programm beim Start, ob Updates vorliegen und aktualisiert sich, sofern eine Internetanbindung besteht. Ansonsten läuft sie autark. Wenn dabei überhaupt etwas geladen wird, reden wir maximal über wenige Megabyte, niemals Gigabyte. Das ist normalerweise in Sekunden erledigt und das oben beschriebene Verhalten wäre bundesweit einmalig.

Wenn der ELW-Laptop gefühlte Ewigkeiten „Updates verarbeitet“ oder tatsächlich große Datenmengen lädt, spricht das sehr viel eher für langsame Datenverbindung und/oder Windows-, Sicherheits- oder sonstige Systemupdates oder allgemeine IT-Probleme.

Wenn das so ist, dann sind wir bei ganz anderen Fragestellungen:

❓Wie pflegen wir eigentlich unsere Führungsmittel? Wenn ein solches IT-Verhalten tatsächlich schon mehrmals aufgetreten ist: Warum hat sich niemand darum gekümmert?

Ich habe bei einer Feuerwehr den Begriff „Datenwart“ aufgeschnappt. Andere haben „Laptop-Maschinisten“ etabliert.

Wie auch immer man diese Funktion nennt: Sie ist wichtig!

Nicht nur Fahrzeuge, Pumpen, Aggregate und sonstiges Einsatzgerät müssen regelmäßig geprüft werden. Das Gleiche gilt für Laptops, Tablets, Server, Netzwerktechnik, Digitalfunk und relevante Software.

Ich höre jetzt vor dem geistigen Ohr „Was sollen wir im Ehrenamt denn noch alles machen?“ Ein falscher Gedankenansatz, wie ich finde. Sollte man nicht eher die Frage stellen „Wie bekommen andere das hin?“

Gerade im ehrenamtlichen Bereich haben wir oftmals Personal mit hoher IT-Affinität zur Verfügung, die so etwas gerne machen.

Zu den Aufgaben für die Datenwarte können beispielsweise gehören:

1️⃣ Betriebssysteme und Sicherheitssoftware aktuell halten
2️⃣ Einsatzlaptops und Peripherie regelmäßig hochfahren und prüfen
3️⃣ Führungssoftware und andere Anwendungen starten, Anmeldung und Datenstände kontrollieren
4️⃣ Benutzerrechte, Zertifikate und Passwörter im Blick behalten
5️⃣ Die Systeme in Übungen tatsächlich nutzen, statt sie nur vorzuhalten
6️⃣ Führungskräfte in der Nutzung der Anwendungen beraten und unterstützen

Die Führung und der Umgang mit den Führungsmitteln muss von Führungskräften meiner Ansicht nach ebenso geübt werden wie der Lösch- und Hilfeleistungseinsatz. Und wenn man es dann noch wie sehr viele andere Anwender schafft, diese Führungsmittel niederschwellig im Alltag einzusetzen, dann erledigen sich viele Probleme von alleine.

Wie sieht das bei euch aus? Gibt es eine feste Zuständigkeit für die IT-Ausstattung in ELW, Führungsgruppe oder Stab? Oder läuft das eher nebenher?

Freitag, 1. Mai 2026

Wartezeiten



Wie lange wartet Ihr?

Heute mal ein ganz anderes Thema. Keine Feuerwehr, keine Digitalisierung, kein Stab- und Führungssystem, sondern etwas Privates, weil es mich seit einiger Zeit beschäftigt.

Es geht um Wartezeiten bei Fachärzten. Genauer gesagt um die Frage, wie lange man regelmäßig zu warten bereit ist. Bei diesem speziellen Arzt habe ich einmal ganze sechs (!!!) Stunden gewartet und regelmäßig dauert es mindestens eine Stunde, oft deutlich mehr. Letzten Montag ist mir der Kragen geplatzt und ich bin nach 1,5 Stunden gegangen.

Ich frage mich ernsthaft, ob ich das zu verbissen sehe. Aber bei mir ist gerade der Punkt erreicht, an dem ich die Meinung vertrete: fachliche Exzellenz rechtfertigt nicht jeden organisatorischen Zustand.

Ich bat per Mail um einen neuen Termin. Eine Antwort habe ich darauf nicht erhalten. Insofern werde ich mir wohl einen anderen Spezialisten suchen müssen.

Die Mail im Wortlaut:

“Sehr geehrte Damen und Herren,

Nachdem ich meinen heutigen Termin nach eineinhalbstündiger Wartezeit aufgrund eines geschäftlichen Folgetermins nicht wahrnehmen konnte, bitte ich um einen neuen Termin.

Wenn es bei Montag bleiben soll, wären bei mir folgende Termine möglich:
(…)

Gestatten sie mir einen Kommentar: Ich war zwischenzeitlich schon häufiger in Ihrer Praxis, ich bin Selbstzahler. Mit wenigen Ausnahmen hatte ich Wartezeiten von meistens mind. einer Stunde, oft sogar erheblich mehr, einmal hatte ich ganze sechs Stunden in Ihrem Wartezimmer verbracht. Ich fahre etwa 1,5h einfache Wegstrecke zu Ihnen. Ich kann nicht jedes Mal einen kompletten Urlaubstag für einen Kontrolltermin von 10-15 Minuten opfern. Aufgrund des hervorragenden fachlichen Rufes nehme ich gerne die Fahrtzeit auf mich, bin bereit, die hohen Preise zu bezahlen und auch Wartezeiten von bis zu einer halben Stunde sind für mich persönlich noch in Ordnung. Auch habe ich vollstes Verständnis, dass Notfälle priorisiert werden oder dass unvorhergesehenes bei Operationen usw. passieren kann.

Die Ausnahme ist bei Ihnen allerdings die Regel - und dafür fehlt mir das Verständnis. Die Fahrtkosten und die Zeit, die ich heute und auch in der Vergangenheit bereits vergeudet habe, erstattet mir persönlich niemand. Wie gesagt, in der Regel sind das bei mir ganze Arbeitstage, die wegfallen. Ich habe durch die berufliche Tätigkeit meiner Frau einen gewissen Einblick in Praxismanagement und derartig lange, regelmäßig wiederkehrende Wartezeiten habe ich bislang noch bei keinem anderen Facharzt erlebt. Wie mit der Zeit Ihrer Patientinnen und Patienten umgegangen wird, empfinde ich als respektlos.

Freundliche Grüße
…”


Mich würde tatsächlich interessieren, wie andere das bewerten.

Ab wann ist eine Wartezeit trotz fachlich sehr guter Behandlung nicht mehr akzeptabel?

30 Minuten?
Eine Stunde?
Mehrere Stunden?
Oder gehört das bei hochspezialisierten Fachärzten schlicht dazu?

Ich für meinen Teil bin genervt.