Freitag, 29. Dezember 2023


Ich war 1998/1999 als 21jähriger Soldat im Rahmen von SFOR in Sarajevo als Rettungssanitäter in der MedEvac-Kompanie des Sanitätseinsatzverbands eingesetzt. Auch wenn der Balkankrieg offiziell vorbei war, wurde man unmittelbar mit dem Leid der Bevölkerung und den allgegenwärtigen Spuren der langen Belagerung konfrontiert. 

2000 war ich im Kosovo (KFOR, Prizren) eingesetzt, zunächst als S6-Feldwebel im Stab des Sanitätseinsatzbataillons, danach erneut in der MedEvac. Ein gänzlich anderer Einsatz als in Bosnien, angefangen bei der Gefährdungslage bis hin zum Auftrag.

𝗟𝗲𝘀𝘀𝗼𝗻𝘀 𝗹𝗲𝗮𝗿𝗻𝗲𝗱 𝗶𝗻 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗿 𝗭𝗲𝗶𝘁:

Teamwork und schnelle Entscheidungsfindung:
Als Rettungssanitäter in der MedEvac-Einheit habe ich gelernt, wie entscheidend Teamarbeit und schnelle Entscheidungen sind, vor allem unter hohem Druck.

Information und Kommunikation:
Als S6-Feldwebel im Kosovo erkannte ich die Wichtigkeit effizienter Kommunikation und Informationsmanagement sowie redundanter und resilienter IT und die Bedeutung der Digitalisierung als Gesamtstrategie. Parallelen zu meiner heutigen Tätigkeit im Krisenmanagement und Softwarelösungen für Stäbe sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit:
Der Kosovo lehrte mich, wie wichtig Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in unsicheren Umgebungen und dynamischen Lagen sind.

Leadership und Support:
Die Einsatzzeit prägte meine Vorstellung von Leadership, von klaren Zielen bis hin zu Support von und für Kameraden/Kollegen in herausfordernden Zeiten. 

Pragmatismus:
Die Erfahrungen in Bosnien und dem Kosovo lehrten mich, pragmatisch mit Herausforderungen umzugehen und den Unterschied zwischen Vorschriftenlage den Buchstaben nach und dem tatsächlichen Sinn dahinter zu verstehen. Es gibt immer einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis - das zu akzeptieren ist der erste Schritt in Richtung lösungsorientierten Handelns.

Rückblickend lässt sich durch meine Zeit im Militär ein roter Faden bis heute erkennen. Nach der Bundeswehr zunächst Ausbildung zum Rettungsassistenten, anschließend Rettungsdienst und ehrenamtlich Katastrophenschutz, Qualifizierung bis zum Verbandsführer, Abteilungsleitung Rotkreuzdienste und organisatorischer Leiter Rettungsdienst auf Kreis- und anschließend Referatsleitung internationale Soforthilfe, Erste-Hilfe-Programme und Bereitschaften auf Landesebene des DRK und Instruktor für Führungskräftequalifizierung an der DRK-Landesschule, mehrere Monate Abordnung in den Stab des Innenministeriums während der Flüchtlingskrise 2015 und nun beruflich tätig für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und deren Digitalisierung in Sachen Führung und Stabsarbeit und ehrenamtliche Tätigkeit in der Feuerwehr.


Montag, 18. Dezember 2023

Hey ChatGPT: Warum haben manche Stabstrainer Vorbehalte gegenüber Führungsunterstützungssoftware?


Im Bericht zum Ahrtal wird mangelnde Qualifizierung und fehlende Praxis bzw. Übung des Stabspersonals hervorgehoben. Der Bedarf für die vielen Coaches, Stabstrainer usw. ist jedenfalls da.

Ich beobachte allerdings, zum einen durch Kundenberichte, zum anderen hier in LinkedIn, dass einige dieser Stabstrainer eine Sache eint: Die Ablehnung der Digitalisierung, Ablehnung von Führungsunterstützungssoftware - durch die Bank mit völlig überholten Argumenten. Es wird die These vertreten: Flipchart, Metaplanwand, Stifte und UTM-Karten reichen aus.

Stimmt. Ich benötige auch kein fließend Wasser, ich kann mit dem Eimer zum Brunnen laufen. Das hat ja schließlich jahrtausendelang wunderbar funktioniert, das funktioniert auch im 21. Jahrhundert.

Ich habe mir den Spaß gemacht und ChatGPT gefragt, woher diese Ablehnung kommen könnte. Und musste schmunzeln...

Ein paar Originalantworten:

1. Tradition und Erfahrung: Viele Trainer und Ausbilder blicken auf Erfahrung mit analogen Methoden zurück und betrachten diese als bewährte Praktiken. Traditionelle Ansätze haben möglicherweise in der Vergangenheit gute Ergebnisse erzielt, was dazu führen kann, dass sie weiterhin bevorzugt werden.

2. Unsicherheit und Angst vor Inkompetenz: Wenn Ausbilder nicht mit digitalen Tools vertraut sind, könnte die Unsicherheit darüber, wie man sie effektiv nutzt, zu einer gewissen Angst oder Sorge führen.

3. Angst vor Entwertung der eigenen Rolle: Die Digitalisierung könnte als Bedrohung für die traditionelle Rolle von Trainern wahrgenommen werden. Wenn digitale Systeme als effizienter angesehen werden, könnten einige befürchten, dass ihre Expertise und Erfahrung weniger relevant werden.

4. Mangelnde Anpassungsfähigkeit: Einige Personen könnten Schwierigkeiten haben, sich an neue Technologien anzupassen, insbesondere wenn dies mit Lernaufwand verbunden ist. In solchen Fällen könnten sie geneigt sein, bei bewährten analogen Methoden zu bleiben.

5. Widerstand gegen Veränderungen: Menschen neigen dazu, Veränderungen zu widerstehen, insbesondere wenn sie das Gefühl haben, dass dies ihre etablierten Praktiken oder ihre Rolle in Frage stellen könnte. Digitale Transformationen erfordern oft eine Anpassung an neue Arbeitsweisen.

Autsch.

Was auch immer es ist: Viele Bundesländer und Landkreise haben erkannt, dass die Digitalisierung ein Gesamtprozess ist. Ein Prozess, dem man sich nicht länger verschließen kann. Ich hoffe, dass sich die Kollegen aus Beratung und Training dieser Erkenntnis auch irgendwann anschließen.

By the way: Gerne bieten wir künftig Stabstrainings kombiniert mit Softwareschulungen an. Interesse? ;-)