Freitag, 8. August 2025

WACKEN

W:O:A 2025 - ich war beruflich dort 🤘🎸🚒

Zwei Tage war ich zu Gast in der Technischen Einsatzleitung (TEL) und der Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) beim Wacken Open Air 2025.

🤘 85.000 Metalheads
🤘5.000+ Kräfte von Feuerwehr, Rettungs- und Sanitätsdienst, Polizei, Ordnungsbehörden und Security
🤘110.000 Menschen auf dem Gelände – eine infrastrukturelle & logistische Meisterleistung
🤘 Viel Regen, noch mehr Schlamm und der Spirit von Faster, Harder, Louder!

Vor Ort wird BOS-seitig mit unserer Software metropoly BOS gearbeitet. Die ÖEL/TEL setzt das System seit Jahren zur übergeordneten Führung und Dokumentation ein, voll vernetzt mit der kooperativen Regionalleitstelle West in Elmshorn, Feuerwehr, Rettungsdienst, Ordnungsamt, Polizei und Veranstalter.

Meine Mission: Nicht Support. Das System lief stabil. Die Abläufe saßen. Ich wollte sehen, wie metropoly BOS in einer derart großen, geplanten Lage funktioniert – fernab der ad-hoc-Lagen, die ich aus meinem Landkreis kenne.

Ich konnte viele Gespräche führen – mit Usern, mit Vertretern aus Politik und Verwaltung, z.B. den Landräten aus Steinburg und Dithmarschen sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern aus verschiedenen Ebenen der Kreise, in denen metropoly BOS fest im Krisenmanagement verankert ist, z.B. aus Pinneberg.

Das Feedback: grundsätzlich positiv, offen, konkret und konstruktiv. Was gut läuft. Was verbessert werden kann. Was im Alltag wirklich zählt. Im Fokus die Frage: Wie gelingt Komplexitätsreduktion bei wachsender Datenflut? Wie stellen wir Informationen kontextsensitiv bereit – für jede Ebene verständlich, direkt, sicher?

Kein Marketing. Keine Filter. Sondern echtes Feedback aus der Einsatzpraxis. Genau deshalb war ich da. Nicht als Vertriebsmaßnahme sondern als Teil gelebter Produktverantwortung zur kontinuierlichen Verbesserung und Weiterentwicklung.

Mein Dank gilt den Kollegen in der TEL und ÖEL für das Vertrauen, die Offenheit und die Einladung zur Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Wacken war laut. Aber der Dialog war klar.

See you next year in Wacken, rain or shine 🎸🤘 W:O:A 2026, count me in!



Übrigens - Der Redakteur der lokalen Presse fragte mich, wie es eigentlich ist, wenn man arbeitet, wo alle anderen feiern. Herausgekommen ist dieser Artikel.
Quelle: Vaihinger Kreiszeitung, 08.08.2025













Ein paar weitere Impressionen: 





Montag, 2. Juni 2025

Beruf und Ehrenamt

Aus dem Homeoffice zur Führungsgruppe alarmiert zu werden, um nach einer Softwarepräsentation mit dem passenden Geobyte-Shirt im ELW den Einsatz mit metropolyBOS zu begleiten: Unbezahlbar! 😉


Ich mag diese enge Verzahnung zwischen Ehrenamt und Beruf. Wenn Software-Entwicklung auf Einsatzpraxis trifft und man das eigene Produkt dort einsetzen darf, wo es wirklich um etwas geht – dann weiß man, warum man in und für genau diese Branche arbeitet. 💻🚒

Das motiviert mich – Tag für Tag, ob im Büro, auf Messen und Veranstaltungen, im Einsatzfahrzeug, in der Führungsgruppe oder im Stab.

Donnerstag, 29. Mai 2025

KI in der Gefahrenabwehr

KI in der Gefahrenabwehr – zwischen strategischer Vision und operativer Realität

Auf der diesjährigen Jahresfachtagung der vfdb e.V. hatte ich die Gelegenheit, mit Prof. Dr. Olaf Grebner (mobilion.eu) über seinen „KI-Masterplan für Deutschlands Feuerwehren“ zu sprechen.

Das vorgestellte Plakat strukturiert über 80 potenzielle KI-Anwendungsfälle entlang der gesamten BOS-Prozesskette – von der Notrufannahme bis zur Nachbereitung.

Im Zentrum stehen Visionen einer KI-gestützten Gefahrenabwehr: automatisierte Lagebilder, dynamische Ressourcenprognosen, sprachanalytisch vorqualifizierte Notrufe, lernende Trainingssysteme.

Die Liste ist ambitioniert – mit vielen Ansätzen, die sich derzeit eher auf einem konzeptionellen als auf einem operativen Reifegrad befinden.

„KI ist das neue ‚Digitalisierung‘“, formuliert es Grebner treffend.

Denn was als innovationsgetriebene Zielbildentwicklung angelegt ist, bewegt sich vielfach im Bereich dessen, was Gartner im sog. Hype Cycle als „Peak of Inflated Expectations“ beschreibt (https://www.gartner.de/de/artikel/hype-cycle-fuer-kuenstliche-intelligenz): hohe Erwartungshaltungen bei gleichzeitig begrenzter Umsetzbarkeit.

Besonders sichtbar wird das im Cluster „Stabsarbeit & Lagenanalyse“. Die dort skizzierten Szenarien umfassen: 

➡️ automatisierte Lagedarstellung
➡️ KI-gestützte Kollaboration im Stab
➡️ Identifikation kritischer Entwicklungen (Sensemaking)
➡️ systemische Lageprognosen
➡️ Erkennung von Fehlinformationen

Die zugrundeliegenden Probleme sind real – aber die Lösung durch KI ist komplex. Denn:
1️⃣ Stäbe arbeiten in hochdynamischen Kontexten mit unsicheren und teils analogen Daten.
2️⃣ Lagen sind unikale Ereignisse – Trainingsdaten für KI sind kaum standardisierbar.
3️⃣ Gruppendynamik, Erfahrungswissen und implizite Entscheidungen dominieren die Stabsarbeit.
4️⃣ Verantwortungsketten sind nicht delegierbar – auch nicht an Algorithmen.

Kurz: Die technische Machbarkeit muss stets im Einklang mit organisationeller, rechtlicher und kultureller Realisierbarkeit gedacht werden.

Grebners Plakat liefert damit keinen Produktkatalog, sondern einen strukturierten Diskursraum für Innovationsstrateg:innen, Entwickler:innen und BOS-Entscheider:innen. Es zeigt: Die Richtung stimmt. Aber der Weg ist noch weit – besonders im Bereich Stabsarbeit.



Mittwoch, 2. April 2025

Russland bereitet sich vor - und wir?

Russland bereitet sich auf Krieg vor.Wir glauben es immer noch nicht.

Aufwachen, Dornröschen:
Russland ist keine theoretische Gefahr, sondern eine konkrete, greifbare und militärisch vorbereitete Bedrohung. Putin hat längst begonnen, die Ordnung Europas zu destabilisieren – nicht rhetorisch, sondern hybrid mit Panzern, Raketen, Propaganda, Cyberattacken und strategischer Vorbereitung.

Geheimdienste warnen: Ab 2026 könnte Russland bereit sein, NATO-Staaten direkt anzugreifen – mit Zielrichtung Baltikum und Finnland (1), (2), (3). Diese Warnungen kommen nicht von Alarmisten, sondern aus professionellen Lagezentren. Russland hat seine Wirtschaft auf vollständig Kriegsproduktion umgestellt. Und wir?

Wir machen Haushaltsdebatten und in den Koalitionsverhandlungen derart viele „Nebenkriegsschauplätze“ auf, dass wir die Gefahr aus den Augen verlieren. Dabei läuft uns die Zeit davon.

Europa müsste im Ernstfall 300.000 Soldaten aufstellen, um sich ohne US-Unterstützung gegen Russland verteidigen zu können (4). Deutschland könnte diesen Beitrag derzeit nicht leisten – weder personell, materiell, noch mental.

Dänemark zieht Konsequenzen und weitet die Wehrpflicht auf Frauen aus (5). Finnland steht seit Jahren bereit – mit einer strukturierten Reserve, funktionierender Ausbildung und einem klaren Verständnis von Wehrhaftigkeit.

Und 🇩🇪?
Wir haben weder eine Dienstpflicht, noch ein schlüssiges Konzept zur Einbindung der Zivilgesellschaft in die gesamtstaatliche Verteidigung - geschweige denn einen gesellschaftlichen Konsens über die reale Bedrohungslage. Wird schon nicht so schlimm werden… Man wähnt die Migration als die größte Gefahr. Dass es an allen Ecken und Enden klemmt, wird nur zu gerne verdrängt.

Dabei ist auch der Bevölkerungsschutz in gefährlichem Zustand: Die Hilfsorganisationen fordern mehr Schutz für Ehrenamtliche, bessere Ausstattung, rechtliche Klarheit, klare Führungsstrukturen (6).

Die vfdb warnt: Der Zivil- und Bevölkerungsschutz sei über Jahre hinweg ein Stiefkind der Politik gewesen. Nicht nur auf die geeigneten Einsatzmittel kommt es an, so Aschenbrenner. Der Bevölkerungsschutz und Selbsthilfefähigkeit müssen bereits in den Schulunterricht. (7).

Wer jetzt zögert, gefährdet unser Land.
Russland zögert nicht. Russland plant, rüstet und provoziert.

Wer glaubt, Frieden könne man erhalten ohne eine gesamtgesellschaftliche Verteidigungsfähigkeit, militärisch UND zivil, irrt gefährlich.

Als Einsatzveteran der Bundeswehr gehöre ich sicher zu den größten Pazifisten überhaupt. Aber ich weiß, dass man Frieden gegenüber potenziellen Aggressoren nur aus einer Position der Stärke heraus erhalten kann. Wenn man diese nicht hat und als vermeintlich leichte Beute angesehen wird… Nun, die Geschichte lehrt uns die Folgen.

Wir brauchen eine Wehr-/ bzw. Dienstpflicht.
Wir brauchen ein umfassendes nationales Sicherheitskonzept.
Und wir brauchen den Mut, unangenehme Wahrheiten auszusprechen – bevor uns die Realität überrollt.


Quellen:

(1) https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/russland-bedrohung-nato-100.html
(2) https://www.fr.de/politik/krieg-geheimdienst-analyse-regierungskreise-wladimir-putin-angriff-nato-2026-russland-92891399.html
(3) https://www.deutschlandfunk.de/russland-nato-kriegsgefahr-100.html
(4) https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/aktuelles/europa-muesste-300000-soldaten-mobilisieren-um-sich-ohne-die-usa-gegen-russland-zu-verteidigen/
(5) https://www.focus.de/politik/deutschland/angespannte-sicherheitslage-wehrpflicht-auch-fuer-frauen-was-deutschland-sich-von-daenemark-abschauen-kann_id_260764502.html
(6) https://www.drk.de/presse/pressemitteilungen/meldung/gemeinsame-pressemitteilung-fuer-ein-krisenfestes-deutschland-hilfsorganisationen-fordern-besseren-bevoelkerungsschutz/
(7) https://www.presseportal.de/pm/126597/5984161

Sonntag, 2. März 2025

Das Ende der Freundschaft

Demütigung mit Ankündigung: Europa muss jetzt aufwachen!

Ein demokratisch gewählter Präsident, dessen Land seit drei Jahren gegen einen brutalen Angreifer kämpft, wurde öffentlich vorgeführt – ausgerechnet von der Schutzmacht, auf die er sich bisher stützte. Wolodymyr Selenskyj wurde live vor der Weltöffentlichkeit erniedrigt – von Donald Trump und seinem Vize J.D. Vance.

Das war kein Erregungszufall, das war Teil eines Plans.

Vance eröffnete die Inszenierung mit einer gezielten Provokation: Er warf Selenskyj Undankbarkeit vor – eine bewusste Lüge. Dann kam Trump. Sein Auftritt? Die öffentliche Bloßstellung eines Staatschefs, der für sein Land um Waffen und Unterstützung kämpft. Das war keine diplomatische Verstimmung, das war eine Machtdemonstration. Selenskyi würde einen dritten Weltkrieg provozieren. Nicht der Angreifer provoziert diesen. Nein. Das Opfer, das sich wehrt, ist Schuld.

Das lässt einen fassungslos mit offener Kinnlade zurück.

Trump sagte es selbst: Die Sitzung war bewusst öffentlich. Die Welt sollte also sehen, wie er einen auf Schulhofschläger macht und den ukrainischen Präsidenten abkanzelt. Ein Test. Für Selenskyj, für Europa – für uns alle.

Die Signale sind unüberhörbar:

✅ Die USA unter Trump sind kein verlässlicher Partner mehr.

✅ Europa muss selbstständig werden, wirtschaftlich, militärisch – und zwar sofort.

✅ Deutschland braucht mehr Zusammenhalt der demokratischen Kräfte. Sonst werden wir Spielball geopolitischer Machtspiele.

✅ Klare Ansage an CDU, CSU und SPD: Reißt euch zusammen und lasst eure Egos außen vor. Jetzt geht es um mehr als politische Ränkespiele. Es geht um unsere Zukunft in Deutschland und Europa.

✅ Wir haben den Zustand des Verteidigungsfalls noch nicht erreicht. Dass wir aber nicht mehr im Frieden sind, das müssten allmählich alle begreifen.

Schuldenbremse? Sie ist vermutlich nicht mehr haltbar. Europa braucht >4 Prozent des BIP für Verteidigung, militärisch wie zivil. Dauerhaft. Die Wehrpflicht muss wieder eingesetzt werden. Wir sind auf uns allein gestellt.

Die USA sind raus. Europa muss die Ukraine – und den gesamten Kontinent – selbst verteidigen. Sonst folgen der Ukraine als Zwischensnack das Baltikum, Moldawien und dann die restlichen Nationen, um die alten Grenzen der Sowjetunion wiederherzustellen.

Der Weckruf war laut. Hören wir endlich hin?