Freitag, 13. September 2013

Star Trek: Wie die Fiktion die Realität beeinflusst

Ein sehr schöner Artikel in der FAZ, wie Star Trek uns alle in gewisser Art und Weise beeinflusst: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/star-trek-und-die-nsa-datenmissbrauch-nicht-mit-captain-kirk-12571024.html

Ein bemerkenswertes Zitat aus dem Aufsatz: "Wir brauchen wieder positive Science-Fiction. Wir brauchen eine erstrebenswerte Zukunftsvision. Eine, die wie „Star Trek“ Werte wie Humanismus und Gerechtigkeit hochhält. Aber auch eine, die zeigt, wie eine Gesellschaft ohne Bürokratie, ohne Unterdrückung, ohne Armut und ohne Geheimdienste funktionieren kann. Und nicht nur funktionieren kann - sie muss klar überlegen sein!"

Achtung, jetzt folgt das ultimative "Nerd-Outing": 

Ich denke, dem Autoren kann man getrost attestieren, sich nicht vertiefend mit dem Star Trek-Universum beschäftigt zu haben. Die Sternenflotte unterhält tatsächlich einen Geheimdienst, dieser spielt insbesondere bei TNG und DS9 immer wieder eine zumeist unrühmliche Rolle. Das zeigt aber lediglich, dass die Autoren nach Roddenberry eben doch Kinder ihrer Zeit sind und der heutige Zeitgeist Einfluss auf die Fiktion nimmt. Am deutlichsten leidet die bis dato eher positive Utopie in den letzten Kinofilmen der TNG-Ära. 

Trotzdem: Eine Einflussnahme auf die Entwicklung der Naturwissenschaft ist Science Fiction nicht abzusprechen. Auch auf die gesellschaftliche Entwicklung hat dieses Genre, natürlich nicht nur Star Trek, großen Einfluss. Als Orwell 1949 "1984" schrieb, prägte er das Misstrauen aller folgender Generationen gegenüber dem Staat. "Big Brother is watching you" ist nahezu jedem ein Begriff und das Sinnbild schlechthin für einen totalitären Überwachungsstaat. Insofern muss Science Fiction nicht zwingend eine positive Vision der Zukunft zeichnen um Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen. 

Aber um auf Star Trek zurückzukommen: Den Erfolg verdankt die Serie in meinen Augen tatsächlich nicht zuletzt den moralischen Grundwerten und der ethischen Integrität der Hauptprotagonisten. Unvergessen die Folge aus TOS, als Cpt. James T. Kirk Lt. Uhura küsste. Ansonsten absolut undenkbar in den 60ern, dass ein Weißer eine schwarze Frau küsst. Zwar geschah das in dieser Folge durch äußeren Zwang, dennoch seinerzeit ein Skandal in den USA. Unvergessen die Episoden in TNG, in denen Cpt. Picard als interplanetarer Archäologe aufdeckt, dass alle humanoiden Spezies gemeinsame Wurzeln haben und dem heutigen Zuschauer die Absurdität von Rassismus vor Augen führt. 

Dem Grundfazit des Artikels stimme ich zu: Star Trek verkörpert eine Zukunft, in der ich gerne Leben würde. Sowohl in technischer als auch in gesellschaftlicher Sicht. 

In diesem Sinne: Live long and prosper!


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